Viehl, Claudia

Viehl, Claudia

Nahm an der ART Kreuzberg x LOT1 Auktion teil

Mitten in Köln aufgewachsen, kam ich Anfang der 90er Jahre der Liebe und der Kunst wegen nach Berlin. Die Freiheit, die Vielfalt und die offenen Flächen in Berlin gaben mir Raum für ein anderes Leben und meinen eigenen Weg – auch in der Kunst. Dabei hat mir die Liebe zur Malerei, zur Zeichnung und zur Druckgrafik wie ein innerer Kompass, immer wieder die Richtung durchs Leben gewiesen.
An der Schule für darstellende Künste lernte ich Malerei und Bühnenbild, in Venedig habe ich mich in die Radierung verliebt und aus meinem Atelier im Kunsthaus Tacheles begaben sich meine Werke auf ihre Reise in die ganze Welt.
Heute gestatte ich mir die Freiheit, mit verschiedenen Techniken und Materialien zu experimentieren und unfertige Stellen und offene Flächen in meinen Bildern als Ausdrucksmittel wirken zu lassen.

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Meine Motive entstammen eher einer Sehnsucht als einer Erinnerung. Nie geht es mir um die genaue Abbildung der Natur, sondern immer um den spontanen Ausdruck, um Atmosphäre und Stimmungen wie Hoffnung, Unsicherheit, Wut oder Glück. Dazu gehören auch Gefühle und Sinneseindrücke, wie die Frische an einem kühlen Morgen, die Erinnerung an den Geruch von nassem Gras oder von feuchtem Holz am Abend nach einem warmen Tag.

Als Inspiration dienen mir echte Landschaften; aber auch Fotos oder Bilder von anderen, Szenen in Filmen, Muster und Farbflächen, die mir ins Auge fallen. Ich male und zeichne unterwegs, aber auch im Atelier, sehr spontan und ohne konkrete Absichten, lasse Bewegungen durch den Stift oder Pinsel aufs Papier fließen und mich dann durch das Entstehende weiter leiten bis ein Gefühl der Vollständigkeit entsteht.

Für mich wirken meine Bilder immer auch zurück ins Leben. Meine Kunst gibt mir neue Energie, wenn ich müde bin, oder zeigt mir den Weg aus einer verfahrenen Situation durch eine Änderung der Perspektive.

Ich lade den Betrachter ein, mich ein Stück weit zu begleiten, sich von den Farben berühren zu lassen und die offenen Flächen mit eigenen Farben und Erinnerungen zu füllen. Meine Kunst ist eine Aufforderung, sich einzulassen, über die Linien oder stehen gelassenen Spuren des Entstehungsprozesses in das Bild einzutauchen und den Horizont zu wechseln – für einen Ausflug aus dem Hier und Jetzt.